Das Ende der EUromantik – Neustart jetzt

Bericht von Prof. Dr. Ulrich van Suntum:

Der Mannheimer Volkswirt Prof. Dr. Roland Vaubel sprach am Dienstag den 10. Juli 2018 beim Hayek-Club Münsterland e.V. zum Thema „Das Ende der EUromantik“, so auch der Titel seines aktuellen Buches.

Trotz des gleichzeitigen Fußballspiels im Fernsehen war der Vortrag im Hotel-Restaurant Brintrup mit mehr als 50 Zuhörern sehr gut besucht.

Nicht nur in der Währungspolitik, sondern auch bei der Einwanderungsfrage habe die EU vollständig versagt, so Vaubel. Sowohl ökonomisch als auch aus juristischer Sicht habe insbesondere Deutschland unter Kohl und Merkel haarsträubende Fehler begangen. „Das Recht ist unter die Räder gekommen“, sagte Vaubel und belegte dies mit kenntnisreichen Details. Zu Zeiten der Bundesbank sei es undenkbar gewesen, dass der Chef der unabhängigen Zentralbank an Kabinettssitzungen teilgenommen und mit der Politik gekungelt habe. Die EZB habe dagegen schon unter Trichet und erst recht unter Draghi immer mehr solche ehernen Grundsätze über Bord geworfen.

Vaubel warb für eine Reform der Europäischen Zentralbank sowie auch der EU. Ein Ausgangspunkt dafür könnten die Zugeständnisse sein, welche die EU Großbritannien vor dem Brexit in Aussicht gestellt habe. Ziel müsse ein weniger zentralistisches Europa mit mehr Souveränität für die Mitgliedstaaten sein, insbesondere auch bei der Einwanderungsfrage. Währungspolitisch sei die Aufteilung in drei Blöcke sinnvoll, so der anerkannte Geld- und Währungsökonom Vaubel.

Deutschland würde gemeinsam mit Frankreich, Österreich, den Niederlanden und Finnland den Nordeuro einführen, während die Mittelmeerländer einen Südeuro und die osteuropäischen Länder wiederum eine eigene gemeinsame Währung erhielten. Dies sei der beste Weg, um die EU in optimale Währungsräume aufzuteilen und die derzeit bestehenden Differenzen und Ungleichgewichte aufzulösen.

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