Rückschau

Feindliche Übernahme

Pünktlich um 19.00 Uhr beginnt der Veranstaltungsabend mit einleitenden Worten des Vorsitzenden. Nach kurzer Zwischenrede mit Klaus Kelle betritt Dr. Thilo Sarrazin die Bühne und erobert das Podest.

In den folgenden gut 30 Minuten erläutert Sarrazin wie er analytisch an Sachverhalte herangeht und diese gelebte Praxis auch für den Islam angewendet hat. Auf das Thema Islam sei er gekommen, weil er bei den Recherchen zu älteren Werken immer wieder festgestellt habe, dass besonders die Gruppe der Muslime im Rahmen mehrerer Gruppen negativ auffielen. Und dieses Phänomen wollte er ergründen.

Er habe sich eine deutsche Übersetzung des Koran besorgt und diese vollständig, Sure für Sure, durchgelesen. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Suren nicht thematisch oder chronologisch, sondern der Länge nach geordnet seien. Und das fand er verwirrend. Also ordnete er ausgewählte Suren nach Themen. Es entstand ein Bild, welches für ihn wesentlich logischer und besser zu analysieren war.

Und dann steigt er in das eigentliche Thema ein, nämlich sein aktueller Bestseller, der so sehr die Gemüter erhitzt.

Darin erwähnt er die Rückständigkeit der islamischen Gesellschaft und nennt Beispiele. Er geht auf die Unterdrückung der Frau im Islam ein, die hohe Geburtenrate und nennt stets viele Quellen um seine Thesen zu untermauern.

Das bleibt nicht ganz ohne Zwischenrufe von Personen die sich durch solche Äußerungen beleidigt fühlen. Aber insgesamt bleibt es bemerkenswert ruhig.

In der Podiumsdiskussion, die sich der Lesung direkt anschließt, ruft Klaus Kelle den zweiten Gast des Abends auf, Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, der einen Lehrstuhl an der Uni Münster im Bereich islamische Religionspädagogik hat. Khorchide kontert Sarrazin gleich mit den Worten, dass im Koran sehr wohl das Wort Barmherzigkeit vorkomme, und zwar zu Beginn von über 500 Suren. Und die Auswahl der von Sarrazin gewählten Beispiele überdecke, dass es viele Bereiche gebe, wo Muslime zur Bildungsschicht gehörten und es ebenso wenig sein könne, dass man Muslime als weniger klug nennen könne als andere Gläubige. Etwas ironisch fügt er an „je mehr Muslim desto doofer – das könnte doch nicht sein“.

Die Diskussion entspannt sich zwischen diesen beiden sympathischen Herren bis Klaus Kelle auch Teilnehmer aus dem Publikum hinzuzieht. Leider beschränken sich die aufgerufenen Leute nicht auf eine Frage, sondern möchten viel mehr vorbereitete Statements abgeben. Die Diskutanten bewahren Ruhe und gehen auf die Vorwürfe die ihnen – beiden Seiten – gemacht werden ein.

In der Folge sagt Khorchide einmal etwas bemerkenswertes. Er sei im Prinzip einig mit Sarrazin darin, dass es einen fundamentalistischen Islam und einen politischen Islam gebe. Letzterer sei sehr gefährlich weil er nicht aufdringlich sei und sich in die Instanzen einschleiche, damit er zu einem späteren Zeitpunkt Macht übernehmen könne. Um diesen Prozess zu verhindern müsste der Staat wesentlich stärker durchgreifen. Er fordert eine starke Kontrolle der Moscheeverbände durch den Staat.

Das amüsiert Sarrazin, der entgegnet, dass dies der AFD sicher sehr gefallen würde.

Gegen 21.30 Uhr findet die Veranstaltung nach gut 2 1/2 Stunden ihr Ende und Interessierte können sich Bücher kaufen und diese von Sarrazin und Khorchide signieren lassen.

Video und Tonmitschnitte, sowie Fotos folgen.

Unten stehend ein Artikel von Burkhard von Grafenstein zum gleichen Thema.

https://grafenstein.wordpress.com/2019/03/20/islamkritik-sarrazin-trifft-khorchide-in-muenster/?fbclid=IwAR3uRa4VzzcbX4h9SNQjPD13OypeOl3KWei1UKUdZIiBBYWyynKtH4Umb4Y

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Künstliche Intelligenz

Dr. Jobst Landgrebe ist nach eigenen Worten sowohl Forscher als auch Praktiker im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Über Medizin, Biochemie und Mathematik kam er zum Schwerpunkt der KI; erst als Angestellter und dann mit seiner eigenen Firma Cognotekt GmbH, die er 2013 gründete.

Seitdem entwickeln er und sein Team sogenannte KI-Automaten, die sie ihren Kunden präsentieren. Zu denen zählen sie u.a. Banken und Versicherungen.

Das Thema KI ist in aller Munde, spätestens seitdem es zahlreiche Filme wie den von Steven Spielberg gibt „AI“, in dem ein humanoider Roboter die Rolle eines kleinen Jungen übernimmt und ebenso Gefühle entwickelt. Was also ist dran an den Sorgen, dass es eines Tages Roboter geben könnte, die schneller, besser und intelligenter als Menschen seien?

Landgrebe räumt in seinem Vortrag mit diesen Ängsten auf, betont aber, dass es zahlreiche Bereiche gibt, in denen die KI dem Menschen weit überlegen ist. Überall dort, wo standardisierte Aufgaben nach festen Regeln erledigt werden müssen können Computer dies schneller und vor allem fehlerfrei erledigen.

Er sieht durch die KI, welche im Übrigen nicht mehr aufzuhalten sei, große Herausforderungen auf die Gesellschaft zukommen. Denn es könne dazu kommen, dass die ohnehin schon bestehende Entwicklung in Reich und Arm mit einem tendenziell abnehmenden Mittelstand noch einmal verstärkt würde.

Es gebe aber die Chance von der Entwicklung zu partizipieren und nach einer Übergangsphase mit erheblichem Anpassungsdruck könnten die Menschen in neue und qualitativ höherwertige Berufe aufsteigen. Dazu sei eine gute Bildung nötig.

Größere Gefahren für die Gesellschaft sieht Landgrebe nicht im Machine Learning, den Bereich welcher am stärksten wachsen wird, sondern im „Reinforcement Learning“. Denn dieser kann in einigen Jahrzehnten im Bereich Innere und Äußere Sicherheit eingesetzt werden, sofern es keine entsprechenden gesetzgeberische Maßnahmen zuvor gegeben haben sollte.

Hier geht es zum Podcast.

Hier geht es zum Video.

Den Vortrag als Pdf können Sie unten herunterladen:

Deutschland in der Krise? Wege aus der Parteienverdrossenheit.

Am 4. Dezember 2018 referierte Dr. Gerhard Papke über den Missstand, der sich seiner Meinung nach in Deutschland in den vergangenen Jahren aufgetan hat: die Distanz zwischen der Politik und dem Bürgertum.

Während die einen im Elfenbein-Palast nach weiteren Möglichkeiten suchen, ihrem Volk Gutes zu tun, kämpfen die achso Umsorgten um alltägliche Probleme, die es ohne die Damen und Herren Politiker gar nicht gäbe.

Rückblickend auf die vergangenen Jahre kommen einem da viele Themen in den Sinn: Energiewende, Klimaschutz, Gendering, Diesel-Affäre, usw.

Papke aber konzentriert sich auf 3 Themenbereiche, die er nacheinander abarbeitet. Burkhard von Grafenstein war einer der Teilnehmer und hat über den Abend einen Bericht in seinem Blog veröffentlich, den wir hier mit seiner freundlichen Genehmigung zeigen.


Begrüßung der Teilnehmer

Mit freundlicher Genehmigung von Burkhard von Grafenstein, seinem Blog „Westfälisches Tagebuch“ entommen:

„Vertrauenskrise zwischen Volk und POlitikern“

Gerhard Papke war ehemals ein führender Politiker der FDP und Vizepräsident des Landtags in NRW, überwarf sich jedoch mit seinem einstigen Weggefährten Christian Lindner über den Umgang mit der Migrationskrise und dem Islam bzw. Islamismus. Beim Hayek-Club Münsterland gab er sich als überparteilicher Warner vor einer Vertrauenskrise zwischen Politikern und Volk. Die Probleme in Deutschland reichten weit über den Zustand einzelner Parteien hinaus. Die Parteien hätten sich weit von der Lebensrealität der Bürger entfernt, die Politik habe oft nur noch Effekthascherei und Show anzubieten.

Drei Politikfelder hob Papke hier besonders hervor: Migration, Deutschland und Europa sowie Wertevermittlung.

Im Feld der Migration könne jetzt, aber auch in Zukunft, keine Entwarnung gegeben werden. Die Bevölkerung Afrikas werde sich verdoppeln, die Zuwanderung werde daher wieder zunehmen und dabei all unsere Vorstellungskraft sprengen. Die afrikanischen und arabischen Zuwanderer hätten ein sehr niedriges Bildungsniveau und andere Werteverständnisse, insbesondere auch im Verhältnis von Frau und Mann. Dies führe dazu, dass es bei Übergriffen auf Frauen wie an Silvester 2016 oft an Unrechtsbewusstsein fehle, denn nach dem Verständnis der Täter hätten sich Frauen nachts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufzuhalten. Das seien enorme kulturelle Herausforderungen, Deutschland müsse zum Schutz der wehrhaften Demokratie gegen den Islamismus aufstehen. Eine Verniedlichung der Probleme seitens der Politiker müsse hier zu einem Aufbegehren der Bürger führen. Solange ein Schutz der EU-Außengrenzen nicht möglich sei, sei ein Schutz der deutschen Landesgrenzen notwendig. Dieser finde derzeit nicht wirksam statt. Auch wer keine oder gefälschte Papiere habe, müsse leider an der deutschen Grenze nur „Asyl“ sagen, um ins Land zu kommen.

Auf EU-Ebene müsse die Souveränität der europäischen Staaten wieder wertgeschätzt werden. Die Vielfalt seiner Völker sei die Stärke Europas. Durch die Masseneinwanderung und die Bekämpfung der Nationalstaatlichkeit würde die Menschen kulturell entwurzelt, diese sehnten sich aber nach Haltepunkten wie Familie, Freunde, kulturelle Identität und Heimat.

Nicht zuletzt konstantiert Papke eine Sehnsucht der Bürger nach mehr Anstand. Höflichkeit und Respekt würden wieder geschätzt, daher müsse es einen Richtungswandel im Schul- und Bildungssystem geben. Zum Erziehungsauftrag der Lehrer müsse auch die Vermittlung von Werten gehören.

Dr. Gerhard Papke in seiner Rede vor dem Hayek-Club Münsterland e.V.
Podcast: Deutschland in der Krise? Wege aus der Parteienverdrossenheit

Eiserne Karotte – ein Plädoyer für die Meinungsfreiheit

Am 16. November 2018 hielt Dr. Michael von Prollius eine Laudatio auf den diesjährigen Preisträger MdB Heiko Maas.

Diesen Preis hatte sich der ehemalige Justizminister verdient weil er in 2017 das ominöse Netzwerkdurchsuchungs – korrigiere – Netzwerkdurchsetzungsgesetz auf den Weg gebracht hatte und es leider in dritter Lesung vor Auflösung des Parlaments seinen Weg in das Gesetzbuch fand.

Einmal im Jahr vergibt der Hayek-Club Münsterland e.V. diesen Preis an den oder diejenige, welche sich im besonderen Maaße um die Unfreiheit bemüht gemacht hatte. Und in diesem Jahr hatte ihn MdB Heiko Maas verdient.

Die Rede von Michael von Prollius können Sie entweder als Podcast hören oder als Video sehen und hören.

Laudatio (Podcast)

Laudatio (Video)

FFG_181117_Eiserne-Karotte-für-Maas (zum nachlesen)

Forum Freie Gesellschaft

Und hier noch einige Impressionen des Abends.

Menschliches Zusammenleben

Menschliches Zusammenleben

– eine handlungswissenschaftliche Untersuchung gesellschaftlicher Ordnung –

Einführungsworte von Christophe Lüttmann zum Vortrag von Dr. jur. Andreas Tiedtke:

Die Österreichische Nationalökonomie, deren Vertreter unter anderem Friedrich August von Hayek unser Namenspatron ist, unterscheidet sich in wesentlichen Teilen von anderen ökonomischen Traditionen, wie dem Keynesianismus, Monetarismus, der Historischen Schule, ganz zu schweigen vom Marxismus.

Deutlich tritt dies zutage bei den ökonomischen Grundsätzen und Methoden. Aber auch innerhalb der Österreichischen Schule gibt es Differenzen.

Sichtbar wird das an der Person Ludwig von Mises. Er begreift die Ökonomik eher als Wissenschaft der Logik denn der Naturwissenschaften. Entsprechend unterscheidet er auch zwischen der Praxeologie (Logik des Handelns) und der Empirie.

„Menschliches Zusammenleben“ weiterlesen

Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen

Dr. Markus Krall trägt seine Analyse zu den „Schwarzen Schwänen“ vor die er meint analysiert zu haben.

Ein schwarzer Schwan ist zwar typischerweise nicht vorherzusehen, insofern sind Kralls schwarze Schwäne eher dunkle Wolken am Himmel. Das ändert aber nichts am dramatischen Inhalt seiner Aussage.

„Wenn schwarze Schwäne Junge kriegen“ weiterlesen

Das Ende der EUromantik – Neustart jetzt

Bericht von Prof. Dr. Ulrich van Suntum:

Der Mannheimer Volkswirt Prof. Dr. Roland Vaubel sprach am Dienstag den 10. Juli 2018 beim Hayek-Club Münsterland e.V. zum Thema „Das Ende der EUromantik“, so auch der Titel seines aktuellen Buches.

Trotz des gleichzeitigen Fußballspiels im Fernsehen war der Vortrag im Hotel-Restaurant Brintrup mit mehr als 50 Zuhörern sehr gut besucht.

„Das Ende der EUromantik – Neustart jetzt“ weiterlesen